Über das Werk
Eugen d’Albert vertonte mit „Liebesketten“ zum zweiten Mal ein Drama des katalanischen Dichters Àngel Guimerà, dessen „Terra baixa“ d’Albert bereits in seinem Welterfolg „Tiefland“ vertont hatte; wie dort schrieb Rudolf Lothar das Libretto, hier nach Guimeràs „La filla del mar“. Die Oper in drei Aufzügen wurde am 12. November 1912 an der Wiener Volksoper uraufgeführt.
Handlung
An einer felsigen Küste mit Dorfkirche und Gasthaus hat sich der Hafenkommandant Peter Martin, im Vorjahr noch in Caterina verliebt, nun in Marion verguckt, die Frau des Gastwirts Noel. Marion ist einer Affäre nicht abgeneigt, fürchtet aber die Eifersucht ihres Mannes und überredet Peter Martin, stattdessen Zuneigung zu der jungen Türkin Sadika vorzutäuschen, die als einzige Überlebende eines Schiffbruchs seit Jahren im Haushalt des Paares lebt. Aus dem vorgetäuschten Gefühl entwickelt sich ein Beziehungsgeflecht, das die Eifersucht gerade erst neu entfacht.
Kulturelle Bedeutung
Dass d’Albert nach „Tiefland“ erneut zu Guimerà und Lothar griff, zeigt, wie sehr ihn dieser mediterrane, volkstümlich-dramatische Stoffkreis prägte; anders als „Tiefland“ konnte sich „Liebesketten“ im Repertoire jedoch nicht dauerhaft behaupten und wird heute nur noch selten gespielt.
