Über das Werk
Grand opéra in fünf Akten von Giuseppe Verdi, uraufgeführt am 13. Juni 1855 an der Pariser Oper mit einem französischen Libretto von Eugène Scribe und Charles Duveyrier – einer Überarbeitung eines älteren Textbuchs, das Scribe einst für Gaetano Donizetti verfasst hatte. Im deutschsprachigen Raum ist das Werk auch unter dem Titel „Die sizilianische Vesper“ bekannt, in Italien wird meist die spätere italienische Fassung „I vespri siciliani“ gespielt.
Handlung
Die Oper verlegt den historischen Aufstand der Sizilianischen Vesper von 1282 gegen die französische Herrschaft auf die Bühne. Die sizilianische Patriotin Hélène und der junge Kämpfer Henri stehen dem französischen Gouverneur Montfort gegenüber, der sich als Henris leiblicher Vater entpuppt. Der Konflikt zwischen Familienbindung und Widerstand mündet in einen Aufstand, der mit einem Massaker an den Franzosen endet.
Kulturelle Bedeutung
Trotz 62 Aufführungen in der ersten Spielzeit blieb der Erfolg an der Pariser Oper verhalten; die Kritik bemängelte vor allem das wiederverwertete Libretto. In Italien durfte das Werk wegen der Zensur zunächst nur in stark veränderter Form unter dem Titel „Giovanna di Guzman“ mit nach Portugal verlegter Handlung gezeigt werden, bis es ab 1861 unter eigenem Titel spielbar wurde.
