Über das Werk
Opéra-ballet von André Campra nach einem Libretto von Antoine Danchet, uraufgeführt am 17. Juni 1710 durch die Académie royale de musique am Théâtre du Palais-Royal in Paris. Das Werk besteht aus einem Prolog und ursprünglich drei, später bis zu fünf lose verbundenen „Entrées“.
Handlung
Der Prolog zeigt den Karneval, der die Liebesgötter nach Venedig einlädt, während er die Vernunft verbannt. Die folgenden Entrées reihen eigenständige, in Venedig angesiedelte Episoden aneinander – etwa um Wahrsagerinnen auf dem Markusplatz oder einen Gesangsmeister –, statt einer durchgehenden Handlung zu folgen.
Kulturelle Bedeutung
Das Werk wurde zu Campras größtem Bühnenerfolg und brachte es auf rund fünfzig Aufführungen in Folge. Mit seiner Reihung kurzer, tänzerischer Szenen reagierte Campra auf die Ermüdung des Publikums an der schwergewichtigen Tragédie lyrique und prägte damit maßgeblich die Gattung Opéra-ballet.
