Über das Werk
Ambroise Thomas' Opéra comique in drei Akten zu einem Libretto von Joseph-Bernard Rosier und Adolphe de Leuven trägt zwar den französischen Titel von Shakespeares Komödie, erzählt aber eine eigenständige Geschichte, in der Shakespeare selbst als Figur auftritt. Die Uraufführung fand am 20. April 1850 an der Pariser Opéra-Comique statt, noch vor Thomas' späteren Welterfolgen „Mignon“ und „Hamlet“.
Handlung
Der lebenslustige Dichter William Shakespeare begegnet im Wald von Richmond der inkognito reisenden Königin Elisabeth I., ohne ihre wahre Identität zu ahnen; auch Falstaff, hier als Verwalter der Königin, mischt sich in die Verwicklungen ein. Am Ende erkennt Shakespeare, wen er getroffen hat, und findet über die rätselhafte Begegnung zu Zucht und Ruhm zurück.
Kulturelle Bedeutung
Die Oper war mit 117 Aufführungen bis 1856 an der Opéra-Comique erfolgreich und wurde bald in Brüssel, in deutschen Bearbeitungen sowie in italienischen und spanischen Fassungen nachgespielt; damit stand erstmals in Frankreich Shakespeare selbst als Opernheld auf der Bühne. Heute gehört sie zu den seltenen Ausgrabungen, etwa beim Wexford Festival.
