Über das Werk
Grand opéra in fünf Akten von Giacomo Meyerbeer nach einem Libretto von Eugène Scribe, entstanden ab 1836 und am 16. April 1849 an der Pariser Opéra uraufgeführt. Die Handlung greift die Geschichte des Wiedertäufers Jan van Leiden auf, der sich im 16. Jahrhundert im westfälischen Münster zum König ausrufen ließ.
Handlung
Der Bauer Jean van Leiden wird von Wiedertäufern zu ihrem Anführer gemacht, nachdem Graf Oberthal ihm die Heirat mit Berthe verweigert hat. Als selbst ernannter Prophet und König lässt Jean sich krönen und verleugnet öffentlich seine Mutter Fidès, um seine Herkunft zu verschleiern; Berthe nimmt sich das Leben, als sie seine wahre Rolle erkennt. Getrieben von Reue sprengt Jean am Ende mit seinen Anhängern, der zurückgekehrten Fidès und sich selbst das brennende Schloss in die Luft.
Kulturelle Bedeutung
Zur Krönungsszene ließ die Opéra erstmals elektrisches Bogenlicht einsetzen, um einen Sonnenaufgang zu simulieren – eine damals aufsehenerregende Bühnenneuheit. Mit über 500 Aufführungen bis zum Ersten Weltkrieg zählt „Le prophète“ neben „Robert le diable“ und „Les Huguenots“ zu Meyerbeers drei erfolgreichsten Bühnenwerken.