Über das Werk
Le cinesi ist ein einaktiges componimento drammatico von Antonio Caldara nach einem Text Pietro Metastasios, der eigens für den Wiener Hof entstand. Die Uraufführung fand im Karneval 1735 in den Privatgemächern des kaiserlichen Lustschlosses Favorita statt, als musikalische Einleitung zu einem chinesischen Ballett von Georg Reutter. Gesungen wurde das Werk nicht von Berufssängerinnen, sondern von den jungen Erzherzoginnen Maria Theresia und Maria Anna sowie einer Hofdame.
Handlung
Drei junge Chinesinnen vertreiben sich beim Tee die Zeit, als Lisingas Bruder Silango unangekündigt aus Europa zurückkehrt und damit gegen die Sitte verstößt, das Frauengemach zu betreten. Um die Verlegenheit zu überspielen, führt die Gesellschaft kurze Theaterszenen auf: eine Tragödie, ein Schäferspiel und eine Komödie.
Kulturelle Bedeutung
Die Rolle der Lisinga war der späteren Kaiserin Maria Theresia auf den Leib geschrieben; ihre Freundin Tangia gilt als eine der gelungensten Figuren Metastasios. Der Text wurde in den folgenden Jahrzehnten mehrfach neu vertont, am bekanntesten 1754 von Christoph Willibald Gluck.