Über das Werk
La Dame blanche ist eine Opéra-comique in drei Akten von François-Adrien Boieldieu nach einem Libretto von Eugène Scribe, das Motive aus zwei Romanen Walter Scotts, Guy Mannering und Der Abt, zu einer neuen Handlung verschmilzt. Boieldieu schrieb das Werk 1825 für die Pariser Opéra-Comique, wo es am 10. Dezember desselben Jahres uraufgeführt wurde.
Handlung
Der junge Offizier George Brown kehrt unwissend in die Heimat seiner schottischen Vorfahren zurück, wo das Schloss der Familie wegen eines angeblichen Spuks als unverkäuflich gilt. Die Waise Anna, im Schloss aufgewachsen, tritt als geheimnisvolle weiße Dame auf, um die Versteigerung zu lenken und den unredlichen Verwalter Gaveston zu durchkreuzen. Am Ende erweist sich George als der verschollene Erbe des Hauses und vermählt sich mit Anna.
Kulturelle Bedeutung
Die Uraufführung wurde zu einem der größten Erfolge der Opéra-Comique im 19. Jahrhundert: Allein an diesem Haus erlebte das Werk mehr als 1.600 Vorstellungen. Carl Maria von Weber zählte es zu den bedeutendsten Opéra-comiques seit Mozarts Figaro, und die Partitur gilt als Bindeglied zwischen der heiteren Tradition des 18. Jahrhunderts und der aufkommenden Romantik.
