Über das Werk
Dramma per musica in drei Akten von Antonio Caldara nach dem Libretto von Pietro Metastasio, uraufgeführt am 4. November 1734 am Wiener Hoftheater zum Namenstag Kaiser Karls VI. Caldaras Vertonung war die allererste des Textes, der später – am bekanntesten 1791 durch Wolfgang Amadeus Mozart – rund fünfzig Mal neu vertont wurde; die Ballette komponierte Nicola Matteis der Jüngere.
Handlung
Der römische Kaiser Tito gilt als Inbegriff der Milde. Als eine Verschwörung gegen ihn aufgedeckt wird, an der sein Freund Sesto beteiligt ist – verführt von der rachsüchtigen Vitellia, Tochter des früheren Kaisers Vitellius –, steht Tito vor der Wahl zwischen Gerechtigkeit und Gnade. Er begnadigt am Ende alle Verschwörer, einschließlich Sesto und Vitellia, und bekräftigt damit seinen Ruf als gerechter und barmherziger Herrscher.
Kulturelle Bedeutung
Mit rund fünfzig bekannten Vertonungen gehört „La clemenza di Tito“ zu den meistgespielten Textbüchern Metastasios; Caldaras Fassung von 1734 stand an ihrem Beginn, mehr als fünfzig Jahre vor Mozarts berühmter Oper gleichen Titels. Die Uraufführung war mit sechs Solostimmen, gemischtem Chor und Orchester besetzt.
