Über das Werk
L’uccellatrice (dt. Die Vogelfängerin) ist ein Opern-Intermezzo in zwei Akten mit Musik von Niccolò Jommelli und einem Libretto unbekannter Autorschaft, das gelegentlich Carlo Goldoni zugeschrieben wird. Es wurde am 6. Mai 1750 am Teatro San Samuele in Venedig uraufgeführt – zwischen den Akten von Domènec Terradellas’ ernster Oper Imeneo in Atene, für die es als komisches Kontrastprogramm gedacht war.
Handlung
Der eitle Geck Don Narciso begegnet auf dem Land der Vogelfängerin Mergellina und hält sie, verwirrt von ihrer Schönheit, für die Göttin Diana. Während sie mit ihrem Gehilfen Lesbino ihre Netze auslegt, neckt sie den verliebten Narren, lässt ihn sich im eigenen Netz verfangen und fordert schließlich seinen Diamantring als Liebesbeweis. Nachdem sie ihn gehörig zum Narren gehalten hat, erwidert sie am Ende tatsächlich seine Zuneigung.
Kulturelle Bedeutung
Das Werk wurde bis in die 1770er Jahre quer durch Europa nachgespielt, von Leipzig und Bologna bis Edinburgh und London. Besondere Bedeutung erlangte die 1753 an der Pariser Opéra unter dem Titel Il paratajo beziehungsweise La pipée aufgeführte Bearbeitung: Sie war neben Pergolesis La serva padrona ein zentrales Werk im sogenannten Buffonistenstreit, der die Aufnahme italienischer Elemente in die französische Oper vorantrieb.
