Über das Werk
„Krieg. Stell dir vor, er wäre hier“ ist eine Kammeroper von Marius Felix Lange für Zuschauer ab 14 Jahren, komponiert im Auftrag der Jungen Oper Stuttgart. Das Libretto stammt von der dänischen Autorin Janne Teller nach ihrem gleichnamigen Buch, ergänzt um eingestreute Gedichte von Nora Gomringer; gesungen wird auf Deutsch. Elena Tzavara inszenierte die Uraufführung am 27. April 2018 im Stuttgarter Kammertheater, wo Sopran, Bariton, ein Sprecher und ein Streichquartett aus dem Staatsorchester Stuttgart mitwirkten.
Handlung
Das Stück spielt ein Gedankenexperiment durch: Die Demokratien Europas sind gescheitert, autoritäre Regime regieren, und in Deutschland ist Krieg. Eine deutsche Familie flieht nach Ägypten, wo sie zwar in Sicherheit, als Fremde aus dem Norden aber kaum erwünscht ist, und lebt zwei Jahre in einem Flüchtlingslager. Als der Krieg nach Jahren zu Ende geht und die Rückkehr möglich wird, sind die Kinder erwachsen und stehen zwischen zwei Welten.
Kulturelle Bedeutung
Die Vorlage schrieb Teller 2001 für eine dänische Zeitung während einer Flüchtlingsdebatte; 2004 erschien sie als Buch im Stil eines Reisepasses, und für die deutsche Ausgabe von 2011 verlegte die Autorin den Schauplatz nach Deutschland. Die Kammeroper übersetzt diese Umkehrung der gewohnten Fluchtperspektive ins Musiktheater für junges Publikum und wurde nach Stuttgart unter anderem 2023 an der Oper Graz nachgespielt.
