Über das Werk
Kopenhagen ist ein Theaterstück des britischen Schriftstellers Michael Frayn. Es wurde 1998 am Royal National Theatre in London uraufgeführt, inszeniert von Michael Blakemore, mit David Burke, Sara Kestelman und Matthew Marsh in den Hauptrollen. Das Stück beruht auf einem historischen Rätsel: dem Besuch, den der deutsche Physiker Werner Heisenberg 1941 seinem dänischen Mentor Niels Bohr im besetzten Kopenhagen abstattete.
Handlung
Nach ihrem Tod treffen sich Bohr, seine Frau Margrethe und Heisenberg noch einmal als Erinnerungsfiguren und versuchen zu rekonstruieren, worüber sie damals sprachen. Immer wieder spielen sie die Begegnung durch, mit wechselnden Motiven: Kam Heisenberg, um sich mit den Alliierten zu verständigen, um etwas über deren Kernwaffenstand zu erfahren, oder um sein Gewissen zu entlasten? Jede Fassung der Szene bleibt so ungewiss wie der Ausgang eines Quantenexperiments.
Kulturelle Bedeutung
Kopenhagen gewann 2000 den Tony Award für das beste Theaterstück und wurde in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt. Die 2002 veröffentlichten Briefe Bohrs an Heisenberg zeigten nachträglich, wie unterschiedlich beide Physiker ihre Begegnung noch Jahrzehnte später erinnerten – ein Umstand, der die im Stück verhandelte Unschärfe menschlicher Erinnerung zusätzlich bestätigte.