Über das Werk
Eugen d’Albert vertonte mit „Kain“ eine musikalische Tragödie in einem Akt nach dem Libretto von Heinrich Bulthaupt, das den biblischen Brudermord neu deutet. Die 1898/99 komponierte Oper wurde am 17. Februar 1900 an der Königlichen Oper Berlin uraufgeführt.
Handlung
Vor ihrer Hütte sitzen die ersten Menschen: Adam und Eva, ihre Söhne Kain und Abel, Kains Frau Ada und der gemeinsame Sohn Henoch. Während Abel die Schöpfung preist, grübelt Kain finster über den Sinn des Daseins; als er nachts allein bleibt, antwortet ihm statt Gottes der gefallene Engel Luzifer und spricht von Sünde und Tod. Am nächsten Morgen, als Abel zum Opfer schreitet, entfacht Kain einen Streit, zerstört den Altar und erschlägt seinen Bruder; Gott straft ihn mit dem Kainsmal und ewiger Verstoßung.
Kulturelle Bedeutung
Mit rund 65 Minuten Spieldauer zählt „Kain“ zu den kürzesten unter d’Alberts 21 Opern und blieb, anders als sein drei Jahre später uraufgeführter Welterfolg „Tiefland“, ein selten gespieltes Werk seines Frühwerks.