Über das Werk
Johann Anton Leisewitz schrieb „Julius von Tarent“ 1774 als Mitglied des Göttinger Dichterbundes „Hain“ und legte das Trauerspiel 1775 einem von Friedrich Ludwig Schröder für das Hamburger Theater ausgeschriebenen Dramenwettbewerb vor. Anonym veröffentlicht erschien es 1776 bei Weygand in Leipzig; die Uraufführung fand am 19. Juni 1776 in Berlin durch die Döbbelinsche Gesellschaft statt.
Handlung
Die verfeindeten Brüder Julius und Guido, Söhne des Fürsten von Tarent, lieben beide die bürgerliche Blanca. Ihr Vater versucht, den Konflikt durch eine arrangierte Verbindung zu entschärfen, doch Guidos Eifersucht eskaliert zum Mord an Julius. Am Ende lässt der Fürst aus Verzweiflung über die Tat auch Guido töten und dankt ab.
Kulturelle Bedeutung
Trotz der Ablehnung beim Hamburger Wettbewerb, den Friedrich Maximilian Klingers „Die Zwillinge“ gewann, wurde „Julius von Tarent“ eines der meistgespielten Stücke seiner Zeit; Lessing hielt es zunächst für ein Werk Goethes. Als eines der prägenden Trauerspiele des Sturm und Drang gilt es als Vorläufer von Schillers „Die Räuber“.