Über das Werk
Philippe Boesmans komponierte die Kammeroper „Julie“ nach August Strindbergs Trauerspiel „Fräulein Julie“ (1888); das deutschsprachige Libretto verfassten Luc Bondy und Marie-Louise Bischofberger. Die Uraufführung fand am 8. März 2005 am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel statt, im selben Jahr gastierte die Produktion beim Festival d’Aix-en-Provence.
Handlung
Die Handlung verlegt Strindbergs Kammerspiel in eine Mittsommernacht in der Gutsküche eines schwedischen Grafen: Die adlige Julie verführt den Diener Jean, wodurch sich die gesellschaftlichen Rollen der beiden umkehren. Während Jean von sozialem Aufstieg träumt, verdüstern sich Julies Aussichten zunehmend und enden tragisch.
Kulturelle Bedeutung
Die zwölfteilige Partitur ist symmetrisch um ein Gewitter-Zwischenspiel angelegt und verhandelt Standesdünkel und die doppelte Sexualmoral des 19. Jahrhunderts. Boesmans schrieb das Werk als Composer-in-Residence der Monnaie, wo bereits seine Oper „Reigen“ uraufgeführt worden war.