Über das Werk
Judith ist eine Tragödie in fünf Akten von Friedrich Hebbel, sein erstes Drama, geschrieben zwischen Oktober 1839 und Januar 1840. Die Uraufführung fand am 6. Juli 1840 am Königlichen Hoftheater Berlin statt, die Buchausgabe erschien 1841.
Handlung
Die schöne Witwe Judith dringt während der Belagerung Betuliens in das Lager des assyrischen Feldherrn Holofernes vor, verführt ihn und schlägt ihm, nachdem er sie vergewaltigt hat, mit seinem eigenen Schwert den Kopf ab, um ihr Volk zu retten. Anders als in der biblischen Vorlage ist Hebbels Judith von der Tat gezeichnet und fleht, kein Kind Holofernes' zu gebären.
Kulturelle Bedeutung
Hebbel holt die biblische Heldin aus ihrer überhöhten Rolle in eine psychologisch begründete Alltagserfahrung zurück: Eine ungewollte Schwangerschaft würde Judiths Tat zunichtemachen und ihr sozialen Ausschluss bringen. Das Drama begründete Hebbels Ruf und wurde noch im selben Jahr in Hamburg, später auch in Wien nachgespielt.