Über das Werk
Jean de Paris ist eine zweiaktige Opéra-comique von François-Adrien Boieldieu nach einem Libretto von Claude Godard d'Aucourt de Saint-Just. Sie kam am 4. April 1812 an der Pariser Opéra-Comique (Salle Feydeau) heraus, kurz nachdem Boieldieu aus einem rund achtjährigen Engagement am Zarenhof in Sankt Petersburg nach Paris zurückgekehrt war.
Handlung
Der französische Thronfolger reist inkognito als einfacher Bürger namens Jean de Paris an, um vor der eigenen Hochzeit die Treue seiner Verlobten, der Prinzessin von Navarra, auf die Probe zu stellen. Die Prinzessin durchschaut das Spiel, lässt sich aber auf ein Diner mit dem vermeintlichen Fremden ein. Als gegenseitige Zuneigung entsteht, bringt sie ihn zum Geständnis, und die Oper endet mit der Hochzeitsfeier.
Kulturelle Bedeutung
Jean de Paris wurde neben Le calife de Bagdad zu Boieldieus erfolgreichstem Werk vor La Dame blanche und blieb bis 1863 im Repertoire der Opéra-Comique. Hector Berlioz lobte die Partitur später für ihren Geschmack und ihre melodische Erfindung, Robert Schumann rühmte die Instrumentierung als meisterhaft.
