Über das Werk
Kammeroper von Wolfgang Rihm nach einem Libretto von Michael Fröhling, das auf Georg Büchners unvollendeter Erzählung „Lenz“ (entstanden 1836) sowie auf Gedichten und Briefzeugnissen rund um den Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz beruht. Rihm komponierte das Werk 1977/78 im Alter von 25 Jahren; die Uraufführung fand am 8. März 1979 an der Hamburgischen Staatsoper statt.
Handlung
In 13 Szenen folgt die Handlung den drei Wochen, die der psychisch erkrankte Lenz im Winter 1778 bei Pfarrer Oberlin im Elsass verbringt. Neben Lenz, Oberlin und ihrem gemeinsamen Freund Kaufmann tritt ein sechsstimmiges Vokalensemble auf, dessen Gesang nur Lenz selbst wahrnimmt – Ausdruck seiner fortschreitenden Wahnvorstellungen.
Kulturelle Bedeutung
Mit nur drei Sängern und elf Instrumentalisten gilt „Jakob Lenz“ als eine der meistgespielten deutschen Kammeropern nach 1945; Rihm erhielt dafür 1980 den Beethovenpreis der Stadt Bonn. Das Werk gab dem Genre der Kammeroper im späten 20. Jahrhundert wesentliche Impulse.