Über das Werk
Martin Sperrs Volksstück in drei Akten entstand 1965 und wurde am 27. Mai 1966 am Theater Bremen uraufgeführt, wo der junge Autor selbst als Schauspieler engagiert war. Es ist der erste Teil seiner „Bayerischen Trilogie“, der ihn mit einem Schlag bekannt machte und ihn neben Rainer Werner Fassbinder und Franz Xaver Kroetz zu einem Erneuerer des kritischen Volksstücks werden ließ.
Handlung
Im niederbayerischen Dorf Reinöd normalisiert sich nach der Währungsreform von 1948 scheinbar der Alltag, doch die Dorfgemeinschaft sucht sich neue Feindbilder. Der aus der Fremde zurückgekehrte, homosexuelle Außenseiter Abram wird zunehmend gemobbt und ausgegrenzt. Getrieben von Verzweiflung begeht er einen Mord, während das Dorf anschließend beim Erntedankfest ungerührt seine „Ruhe“ feiert.
Kulturelle Bedeutung
Sperr knüpfte damit an Ödön von Horváths kritisches Volksstück der Zwischenkriegszeit an und übertrug dessen schonungslosen Blick auf die bayerische Provinz der Nachkriegszeit. Peter Fleischmann verfilmte den Stoff 1968 unter dem Originaltitel; das Stück gilt seither als Schlüsselwerk des neuen deutschen Volksstücks der 1960er Jahre.