Über das Werk
Oper von Georges Bizet nach dem Libretto von François-Hippolyte Leroy und Henri Trianon, komponiert etwa 1862–1865 im Hinblick auf eine Aufführung an der Pariser Opéra. Da weder das Théâtre Lyrique noch die Opéra das Werk annahmen, blieb es zu Bizets Lebzeiten unaufgeführt; die als verloren geglaubte Partitur tauchte erst 1929 wieder auf. Die szenische Uraufführung fand, in einer von Henri Büsser bearbeiteten, gekürzten Fassung, am 12. Oktober 1951 am Grand Théâtre de Bordeaux statt.
Handlung
Zar Iwan IV. lässt die von russischen Soldaten entführte Circassierin Marie an seinen Hof bringen und macht sie trotz ihres Widerstands zur Frau. Ihr durch Losentscheid zum Attentäter bestimmter Bruder Igor versucht in der Hochzeitsnacht, den Zaren zu töten, wird jedoch entdeckt; nach Aufdeckung der Verschwörung und Iwans Genesung von einem Wahnanfall endet die Oper mit der Versöhnung des Paares.
Kulturelle Bedeutung
Einzelne musikalische Ideen aus der unaufgeführten Partitur verwendete Bizet später unter anderem in der Klaviersuite „Jeux d'enfants" weiter; erst eine moderne, von Howard Williams vervollständigte Edition machte das lange verschollene Werk regelmäßig aufführbar.
