Über das Werk
Späte Tragödie des Euripides, nach seinem Tod 406 v. Chr. postum 405 v. Chr. bei den Dionysien in Athen uraufgeführt, vermutlich durch seinen Sohn oder Neffen gemeinsam mit „Die Bakchen“. Das Stück wirkt an mehreren Stellen unvollendet oder nachträglich überarbeitet.
Handlung
Die griechische Flotte liegt in Aulis fest, weil Artemis günstige Winde verweigert, solange Agamemnon nicht seine Tochter Iphigenie opfert. Unter dem Vorwand einer Hochzeit mit Achill lässt er sie herbeiholen; als der Betrug auffliegt, ist es fast zu spät. Iphigenie willigt schließlich ein, für Griechenland zu sterben – in der überlieferten Schlussfassung ersetzt Artemis sie im letzten Moment durch eine Hirschkuh.
Kulturelle Bedeutung
Der Stoff prägte die europäische Opern- und Theatergeschichte nachhaltig, von Jean Racines „Iphigénie“ (1674) bis zu Christoph Willibald Glucks Oper „Iphigénie en Aulide“ (1774). Die Echtheit des rettenden Schlusses wird in der Forschung bis heute diskutiert.