Ion
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Ion

Euripides
Theater · -413
TragödieKlassiker

Über das Werk

Ion ist eine Tragikomödie des Euripides, uraufgeführt um 413 v. Chr. in Athen. Das Stück versetzt den Mythos um den Stammvater der Ionier an Apollons Tempel in Delphi und verbindet ihn mit einer unverhohlenen Kritik an der Verantwortung der Götter für menschliches Leid.

Handlung

Ion wächst als Tempeldiener in Delphi auf, ohne zu wissen, dass er der Sohn der athenischen Königstochter Kreusa ist, die Jahre zuvor von Apollon vergewaltigt wurde und ihr Kind heimlich aussetzen musste. Als Kreusa mit ihrem kinderlosen Mann Xuthos das Orakel befragt, verkündet dieses, der erste Mann, dem Xuthos nach dem Tempel begegne, sei sein Sohn – und das ist Ion. Aus Eifersucht plant Kreusa, den vermeintlichen Fremden zu töten, wird aber entdeckt; anhand von Gegenständen aus dem Korb, in dem sie ihn ausgesetzt hatte, erkennen sich Mutter und Sohn rechtzeitig, und die Göttin Athene bestätigt am Ende Apollon als Ions wahren Vater.

Kulturelle Bedeutung

Trotz seines versöhnlichen Endes beschönigt das Stück Apollons Übergriff auf Kreusa nicht und stellt damit offen die Legitimität göttlichen Handelns infrage. Seine Grundstruktur – verführte Mutter, ausgesetztes Kind, triumphale Wiedererkennung – wurde zum Vorbild der jüngeren attischen Komödie, etwa bei Menander, wo an die Stelle des Gottes ein fehlbarer sterblicher Vater tritt.

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