Über das Werk
Il Vologeso ist eine Opera seria von Niccolò Jommelli in einer Bearbeitung des Librettos von Mattia Verazi. Die Uraufführung fand 1766 zum Geburtstag Herzog Karl Eugens von Württemberg im Schlosstheater Ludwigsburg statt. Verazi bearbeitete dafür eine ältere, von Guido Luccarelli überarbeitete Fassung von Apostolo Zenos Libretto Lucio Vero, das erstmals 1699 in Venedig vertont worden war; Jommelli selbst hatte den Stoff bereits 1754 in einer früheren Fassung vertont.
Handlung
Die Handlung spielt um 164 n. Chr. in Ephesos: Der römische Feldherr und Kaiser Lucio Vero hält die armenische Königin Berenice gefangen und wirbt trotz seiner Verlobung mit Lucilla, der Tochter seines Mitkaisers Marc Aurel, um sie. Berenice bleibt jedoch dem totgeglaubten parthischen König Vologeso treu, der sich verkleidet an den Hof schleicht. Ein Giftanschlag, eine Verhaftung und drohender Bürgerkrieg treiben die Handlung zum Höhepunkt, ehe sich die Paare am Ende ohne Blutvergießen wiederfinden.
Kulturelle Bedeutung
Die Oper gilt als Beispiel für Jommellis reifen, von Verazi mitgeprägten Stil: An die Stelle prunkvoller Schaueffekte tritt ein deklamatorischerer, unmittelbarerer Tonfall mit arioso-nahen Arien. Nach der Uraufführung wurde das Werk 1769 auch in Lissabon gespielt; 2015 kehrte es als Berenike, Königin von Armenien an die Stuttgarter Bühne zurück, 2016 war es in London konzertant zu hören. Aufnahmen unter Frieder Bernius (1998) und Gabriele Ferro (2018) sowie mit dem Ensemble The Mozartists dokumentieren die Wiederentdeckung des Werks.