Über das Werk
Il trionfo di Clelia ist eine Opera seria nach dem Libretto von Pietro Metastasio und Niccolò Jommellis letzte vollendete Oper. Er komponierte sie Anfang 1774 in Neapel mit Unterstützung von Giuseppe Sigismondo, der den bereits kranken Komponisten in seinen letzten Monaten begleitete; für die Uraufführung am 6. Juni 1774 im Palazzo da Ajuda in Lissabon anlässlich des Geburtstags König Josés I. von Portugal überarbeitete João Cordeiro da Silva die Partitur. Das Libretto war 1762 in Wien erstmals von Johann Adolph Hasse vertont worden und gehört mit rund zehn Vertonungen zu den selteneren Texten Metastasios.
Handlung
Der wegen seiner Tyrannei aus Rom vertriebene König Tarquinio hat sich mit dem etruskischen König Porsenna verbündet, um die Macht zurückzuerobern; besiegelt wird das Bündnis durch seine Verlobung mit dessen Tochter Larissa. Die Römerin Clelia ist als Geisel im belagerten Rom Garantin eines Waffenstillstands; ihr Verlobter Orazio verhandelt als römischer Gesandter mit Porsenna. Obwohl Tarquinio Clelia trotz seiner Verlobung den Thron anbietet, weist sie ihn entschieden zurück, während im Hintergrund weitere Liebesverwicklungen um Larissa und Mannio das Geschehen komplizieren.
Kulturelle Bedeutung
Als letztes Bühnenwerk Jommellis markiert Il trionfo di Clelia den Abschluss seines Opernschaffens; da die Originalpartitur verloren ist, stützt sich die 2019 von Simone Caputo herausgegebene kritische Ausgabe auf die Abschrift Sigismondos und die von Cordeiro da Silva bearbeitete Lissabonner Aufführungsfassung. In jüngerer Zeit wurde das Werk 2014 beim Jommelli/Cimarosa-Festival in Aversa und 2024 in einem konzertanten Querschnitt in Neapel wieder aufgeführt.
