Über das Werk
„Ich möchte lieber nicht“ ist eine Bühnenfassung von Herman Melvilles Erzählung „Bartleby, der Schreiber“ (Originaltitel „Bartleby, the Scrivener: A Story of Wall-Street“), die 1853 zunächst anonym in zwei Teilen in der Zeitschrift Putnam's Monthly Magazine erschien und 1856 in der Sammlung „The Piazza Tales“ erneut veröffentlicht wurde. Erzählt wird aus der Sicht eines namenlosen New Yorker Anwalts, der den Kanzleischreiber Bartleby einstellt.
Handlung
Der zunächst tadellos arbeitende Schreiber Bartleby beginnt nach kurzer Zeit, Aufträge seines Arbeitgebers mit der immer gleichen Formel „Ich möchte lieber nicht“ abzulehnen, bis er jede Tätigkeit verweigert und sich schließlich auch weigert, das Büro zu verlassen oder Nahrung zu sich zu nehmen. Nach seiner zwangsweisen Räumung und Inhaftierung stirbt er im Gefängnishof an Entkräftung.
Kulturelle Bedeutung
Die Erzählung gilt als eine von Melvilles bedeutendsten Kurzprosaarbeiten und wird oft als früher Vorgriff auf existenzialistische und absurde Literatur gelesen; ihre bewusst offene, mehrdeutige Erzählweise hat zahlreiche philosophische und literaturwissenschaftliche Deutungen ausgelöst, etwa bei Gilles Deleuze. Bartlebys Formel ist im deutschen Sprachraum zu einer feststehenden Wendung für passiven Widerstand geworden.