Über das Werk
„hildensaga. ein königinnendrama“ ist ein Schauspiel des österreichischen Dramatikers Ferdinand Schmalz, der den Nibelungenstoff aus der Sicht seiner Frauenfiguren neu erzählt. Schmalz schrieb es 2020 als Auftragswerk für die Nibelungen-Festspiele Worms; die geplanten Vorstellungen fielen wegen der Corona-Pandemie aus. Uraufgeführt wurde das Stück am 15. Juli 2022 vor dem Wormser Dom, Regie führte Roger Vontobel. Neben dem Nibelungenlied greift Schmalz auf Gestalten der nordischen Mythologie aus der Edda zurück und arbeitet mit Wortspielen, Wiederholungen und abgebrochenen Sätzen.
Handlung
Drei Nornen lenken und kommentieren das Geschehen, schon ab Siegfrieds erstem Besuch auf Island. Siegfried besiegt Brünhild im Kampf für König Gunther und bezwingt sie in der Hochzeitsnacht an dessen Stelle mit Gewalt. Statt sich wie im Nibelungenlied zu Rivalinnen zu entwickeln, verbünden sich Kriemhild und die betrogene Brünhild: Kriemhild gibt ihr den geraubten Zaubergürtel zurück, gemeinsam liefern sie Siegfried an Hagen aus und nehmen Rache an den Männern, die sie getäuscht haben. Am Ende fällt Kriemhild durch Hagen, die übrigen Männer sterben durch Brünhild, die als Einzige überlebt.
Kulturelle Bedeutung
Schmalz macht aus dem Heldenepos ein Epos der Heldinnen und fragt, ob Frauen im Kreislauf der Rache anders handeln als Männer. Nach der Uraufführung wurde das Stück an zahlreichen Bühnen in Deutschland und Österreich nachgespielt. 2024 war Schmalz dafür für den Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie „Bestes Stück – Autor*innenpreis“ nominiert.
