Über das Werk
Hekabe ist eine Tragödie des Euripides, vermutlich um 424 v. Chr. in Athen uraufgeführt – ein Datum, das sich aus metrischen Merkmalen und einer Anspielung bei Aristophanes erschließt, da ein direktes Aufführungsdatum nicht überliefert ist. Das Stück spielt nach dem Fall Trojas im Lager der siegreichen Griechen und schildert den doppelten Verlust der einstigen trojanischen Königin Hekabe.
Handlung
Der Geist des Achilleus fordert die Opferung von Hekabes Tochter Polyxena, die die Griechen trotz Hekabes Flehen vollziehen. Kurz darauf entdeckt Hekabe die Leiche ihres jüngsten Sohnes Polydoros, den der thrakische König Polymestor aus Habgier ermordet hat. Gemeinsam mit den gefangenen Trojanerinnen lockt Hekabe Polymestor in ihr Zelt, blendet ihn und tötet seine Söhne.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück gehörte in der Antike zu Euripides' meistgelesenen Werken und blieb über Mittelalter und Renaissance im Kanon, geriet im 20. Jahrhundert wegen seiner unverblümten Gewaltdarstellung zeitweise aus dem Blick, bevor es in neueren Übersetzungen und Inszenierungen wieder Beachtung fand. Es gilt als frühes Beispiel für Euripides' psychologisch genauen Blick auf Rache und den Verfall menschlicher Würde.