Über das Werk
Ambroise Thomas' Grand opéra in fünf Akten nach Shakespeares Tragödie entstand zu einem Libretto von Michel Carré und Jules Barbier, die sich auf Alexandre Dumas' und Paul Meurices französische Bühnenfassung von 1847 stützten. Die Uraufführung fand am 9. März 1868 an der Pariser Opéra statt.
Handlung
Prinz Hamlet erfährt vom Geist seines ermordeten Vaters, dass König Claudius, sein Onkel und Stiefvater, der Täter war, und schwört Rache. Während Hamlet zwischen Zweifel und Tatendrang schwankt, treibt seine wachsende Kälte Ophélie in den Wahnsinn und in den Tod; am Ende tötet Hamlet Claudius vor versammeltem Hof.
Kulturelle Bedeutung
Anders als bei Shakespeare überlebt Hamlet in der ursprünglichen Pariser Fassung und wird zum König ausgerufen; für die Londoner Erstaufführung 1869 komponierte Thomas ein alternatives, tödliches Ende für die Titelfigur. Ophélies Wahnsinnsszene mit ihrer ausgedehnten Koloraturarie gilt bis heute als virtuoses Glanzstück der Sopranliteratur.
