Über das Werk
"Guercœur" ist eine Oper in drei Akten von Albéric Magnard nach einem eigenen Libretto, entstanden vorwiegend zwischen 1897 und 1901. Die Uraufführung fand erst postum am 24. April 1931 an der Pariser Opéra (Palais Garnier) statt, da Magnard 1914 starb, ohne eine Aufführung seines Hauptwerks erlebt zu haben.
Handlung
Der weise Stadtfürst Guercœur ist im Kampf für sein Volk gefallen und bittet im Jenseits darum, auf die Erde zurückkehren zu dürfen, um seine Stadt zu retten. Dort muss er erleben, dass sein einstiger Weggefährte Heurtal die Herrschaft an sich gerissen hat und mit Guercœurs Witwe Giselle liiert ist; als Guercœur das Volk gegen Korruption aufzurufen versucht, wird er von der aufgebrachten Menge erschlagen. Enttäuscht von den Menschen kehrt er ins Jenseits zurück, wo ihm die Göttin der Wahrheit ein besseres künftiges Zeitalter verheißt.
Kulturelle Bedeutung
Große Teile der Orchesterpartitur der Akte I und III gingen 1914 verloren, als deutsche Soldaten Magnards Landhaus in Brand steckten; sein Freund Guy Ropartz rekonstruierte sie später aus dem Klavierauszug. Die von Wagner beeinflusste, stark meditative Oper gilt als Magnards Hauptwerk für die Bühne, blieb nach der Uraufführung aber über 80 Jahre ohne Neuinszenierung.
