Über das Werk
Tragödie in drei Akten und vier Bildern von Riccardo Zandonai nach einem Libretto von Arturo Rossato, das nicht auf Shakespeares Drama, sondern auf dessen italienischen Quellen zurückgreift, vor allem auf Luigi da Portos Novelle „Historia novellamente ritrovata di due nobili amanti“ (1531) und Matteo Bandellos Fassung (1554). Uraufführung am 14. Februar 1922 am Teatro Costanzi in Rom.
Handlung
Das Liebespaar Giulietta und Romeo wird durch die Feindschaft ihrer Familien getrennt; nach der Tötung von Giuliettas Verwandtem Tebaldo im Kampf muss Romeo nach Mantua fliehen. Ein Sänger überbringt ihm die falsche Nachricht von Giuliettas Tod, woraufhin Romeo Gift nimmt. Giulietta, die zuvor einen Scheintod-Trank genommen hatte, erwacht zu spät und stirbt eng umschlungen mit Romeo im Sonnenlicht.
Kulturelle Bedeutung
Anders als bei Shakespeare fehlen zentrale Figuren wie Bruder Lorenzo, und das Paar stirbt gemeinsam statt nacheinander. Die Oper war beim Publikum zunächst erfolgreich, stieß bei der Fachkritik jedoch auf Vorbehalte und verschwand nach vereinzelten Aufführungen bis in die 1990er Jahre weitgehend von den Spielplänen.