Über das Werk
„Gift. Eine Ehegeschichte“ (Originaltitel „Gif“) ist ein Stück für eine Schauspielerin und einen Schauspieler der niederländischen Dramatikerin Lot Vekemans. Uraufgeführt wurde es am 18. Dezember 2009 am NTGent in Gent, inszeniert von Johan Simons mit Elsie de Brauw und Steven Van Watermeulen. Die deutsche Übersetzung stammt von Eva M. Pieper und Alexandra Schmiedebach; als deutschsprachige Erstaufführung verzeichnet der Verlag ein Gastspiel des NTGent am 2. Juni 2011 in Köln.
Handlung
Ein früheres Ehepaar, im Stück nur Er und Sie genannt, begegnet sich etwa zehn Jahre nach der Trennung zum ersten Mal wieder, im Warteraum des Friedhofs, auf dem ihr Sohn begraben liegt. Anlass ist ein Schreiben, nach dem der Boden mit Giftstoffen belastet ist und das Grab verlegt werden muss. Nach dem Tod des Kindes hat Er in Frankreich mit einer neuen Partnerin einen Neuanfang gewagt, während Sie im gemeinsamen Haus geblieben ist und an ihrer Trauer festhält. Zwischen Vorwürfen, geteilten Erinnerungen und vorsichtiger Nähe suchen beide einen Weg, das Vergangene anzunehmen, bevor sie wieder getrennt ihrer Wege gehen.
Kulturelle Bedeutung
Für „Gif“ erhielt Lot Vekemans 2010 den Taalunie Toneelschrijfprijs, und Elsie de Brauw wurde 2011 für ihre Rolle mit dem Theo d’Or ausgezeichnet. Bis 2016 war das Stück in achtzehn Ländern zu sehen, unter dem Titel „Poison“ etwa Off-Broadway in New York. 2024 kam es als Film „Poison“ in der Regie von Désirée Nosbusch mit Tim Roth und Trine Dyrholm heraus.
