Über das Werk
„fünf minuten stille“ ist ein Stück des Schauspielers und Dramatikers Leo Meier für drei Darsteller:innen, in dessen Besetzungsangabe zusätzlich ein Zombie auftaucht; es erscheint im S. Fischer Verlag. Uraufgeführt wurde es im Oktober 2024 am Münchner Volkstheater, wo die vier Ensemblemitglieder Liv Stapelfeldt, Anne Stein, Jan Meeno Jürgens und Steffen Link den Abend ohne eigene Regieperson gemeinsam erarbeiteten. Der Text verbindet Züge des absurden Theaters mit komödiantischem Tempo.
Handlung
Drei einander unbekannte Menschen kommen zusammen, um mit dem Publikum fünf Minuten zu schweigen und nur noch auf Wind, Vögel und den eigenen Herzschlag zu hören. Kaum ist die Pause vereinbart, reden sie doch weiter, verteidigen Meinungen und Haltungen und schleppen den ganzen Lärm des Alltags mit in den Raum. Als klar wird, dass die Tür verschlossen und kein Schlüssel aufzutreiben ist, prallen ihre Lebensentwürfe immer heftiger aufeinander. Vor dem Hintergrund von Klimakrise und gesellschaftlichem Zerfall bleibt offen, ob sich die drei noch verständigen können und ob Poesie einen Ausweg bietet.
Kulturelle Bedeutung
Die Münchner Uraufführung erhielt freundliche Kritiken, unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Donaukurier. Binnen zwei Spielzeiten kam das Stück an zahlreichen weiteren Bühnen heraus, darunter in Leipzig, Aachen, Frankfurt am Main, Osnabrück, Freiburg und am Deutschen Theater Berlin; eine freie Kölner Produktion war für den Kölner Theaterpreis 2025 nominiert.
