Über das Werk
„Frankenstein“ ist der erste Roman der englischen Schriftstellerin Mary Shelley; er erschien am 1. Januar 1818 zunächst ohne Verfassernamen in drei Bänden in London, der vollständige Originaltitel lautet „Frankenstein; or, The Modern Prometheus“. Den Anstoß gab der verregnete Sommer 1816 in der Villa Diodati am Genfersee: Lord Byron schlug seinen Gästen, darunter Percy Bysshe Shelley und John Polidori, vor, dass jeder eine Schauergeschichte verfassen solle, und die damals 18-jährige Mary Godwin baute ihre Idee anschließend zum Roman aus. 1831 veröffentlichte sie eine gründlich überarbeitete Ausgabe mit einer neuen, autobiografischen Einleitung.
Handlung
Der Polarforscher Robert Walton schildert in Briefen an seine Schwester, wie seine Expedition im arktischen Eis den erschöpften Victor Frankenstein aufnimmt, der ihm daraufhin sein Leben erzählt. Als Student in Ingolstadt hat Victor ein lebendes Wesen geschaffen und es, erschrocken über dessen Anblick, sich selbst überlassen. Die namenlose Kreatur eignet sich heimlich Sprache und Bildung an, stößt aber überall auf Abscheu und verlangt von ihrem Schöpfer eine Gefährtin; als Victor diese noch vor der Vollendung zerstört, rächt sie sich an den Menschen, die ihm am nächsten stehen, unter ihnen sein Freund Henry Clerval und seine frisch angetraute Frau Elizabeth. Victor jagt sein Geschöpf bis ins Eis der Arktis und stirbt dort.
Kulturelle Bedeutung
Der Roman verbindet die Schauerliteratur mit Motiven der Romantik und gilt als einer der ersten Science-Fiction-Romane; im Zentrum steht die Verantwortung eines Schöpfers für das, was er in die Welt setzt. Bereits 1823 kam am Londoner English Opera House mit Richard Brinsley Peakes „Presumption; or, the Fate of Frankenstein“ die erste Bühnenfassung heraus, deren Erfolg auch den Roman bekannter machte. Seither wurde der Stoff vielfach für Bühne und Film bearbeitet, Frankensteins Geschöpf wurde zur Ikone der Populärkultur; eine erste deutsche Übersetzung erschien 1912.
