Über das Werk
„familienalbum“ ist ein dokumentarisches Theaterstück von Lisa Sommerfeldt für ein Publikum ab 12 Jahren, geschrieben als Auftragswerk für das Junge Staatstheater des Badischen Staatstheaters Karlsruhe. Es beruht auf Tagebüchern, Briefen und Archivdokumenten der Familie des Karlsruher Architekten und Komponisten Richard Fuchs, auf Fotos und auf Gesprächen mit Angehörigen; der Verlag S. Fischer führt es für vier Darsteller:innen. Die Uraufführung ist für den 24. September 2026 auf der Karlsruher Spielstätte Insel angesetzt, dort unter dem Titel „familienalbum.karlsruhe“ und in der Regie von Kevin Barz.
Handlung
Karlsruhe, 1934: Die sechsjährige Soni wächst mit ihrer Schwester Eva, der Mutter Dora und dem Vater Richard Fuchs, einem angesehenen Architekten und Komponisten, behütet in einem großen Haus auf. Weil die Familie jüdisch ist, wird sie in den folgenden Jahren Schritt für Schritt ausgegrenzt und verfolgt. Nach den Novemberpogromen 1938 gelingt ihr in letzter Minute die Flucht über die Niederlande und England nach Neuseeland. Das Stück verwebt Dokumente, Tagebuchauszüge und die Musik von Richard Fuchs und fragt nach Heimatverlust, Identität und den unsichtbaren Wunden des Überlebens.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück erinnert an Richard Fuchs (1887–1947), der nach der Pogromnacht 1938 einige Wochen im KZ Dachau festgehalten wurde, 1939 mit Frau und zwei Töchtern nach Wellington emigrierte und dessen Kompositionen großenteils nie aufgeführt wurden. Für die Recherche nutzte Sommerfeldt unter anderem Bestände der KZ-Gedenkstätte Dachau, der Arolsen Archives und von Exilarte in Wien.