Über das Werk
„F. Zawrel – Erbbiologisch und sozial minderwertig“ ist ein dokumentarisches Klappmaulpuppen-Stück von Nikolaus Habjan, der Buch, Puppenbau und -spiel gemeinsam mit Regisseur Simon Meusburger entwickelte. Die Uraufführung fand am 23. März 2012 am Schubert Theater Wien statt; einen Großteil der Handlung erzählte der 1929 geborene Friedrich Zawrel Habjan selbst in persönlichen Gesprächen.
Handlung
Der jugendliche Friedrich Zawrel gerät in den 1940er-Jahren in die Wiener Kinderanstalt Am Spiegelgrund, wo NS-Ärzte ihn als „erbbiologisch und sozial minderwertig“ einstufen und misshandeln. Nach der Flucht und Jahren als Straßenkind und mehrfach Verurteilter begegnet er nach dem Krieg erneut seinem früheren Peiniger, dem Anstaltsarzt Heinrich Gross, der als angesehener Gutachter erneut über ihn urteilt. Habjan spielt in Personalunion Zawrel, Gross und weitere Figuren mit selbst gebauten Handpuppen.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück trug wesentlich dazu bei, Zawrels Lebensgeschichte und die NS-Verbrechen an der Anstalt Am Spiegelgrund einem breiten Publikum bekannt zu machen, und wurde 2012 mit dem Nestroy-Theaterpreis als beste Off-Produktion sowie 2014 mit dem Schweizer Kulturpreis „Grünschnabel“ ausgezeichnet. Habjan hat es seither an zahlreichen Theatern im deutschsprachigen Raum gezeigt.
