Über das Werk
Favola in musica von Jacopo Peri nach einem Libretto von Ottavio Rinuccini, uraufgeführt am 6. Oktober 1600 im Palazzo Pitti in Florenz anlässlich der Hochzeit von Maria de' Medici mit Heinrich IV. von Frankreich. Peri sang bei der Uraufführung selbst den Orfeo; das Werk gilt als die älteste vollständig überlieferte Oper der Musikgeschichte.
Handlung
Der Sänger Orfeo trauert um Euridice, die am Hochzeitstag an einem Schlangenbiss gestorben ist. Von der Göttin Venere in die Unterwelt geleitet, erweicht er mit seinem Gesang den Herrscher Plutone und darf Euridice, ohne die aus dem Mythos bekannte Bedingung, sich nicht umzudrehen, unversehrt in die Oberwelt zurückführen. Ein festlicher Chor beschließt die Rückkehr des Paares.
Kulturelle Bedeutung
Weil das Werk für eine höfische Hochzeitsfeier bestimmt war, änderte Rinuccini den tragischen Ausgang des antiken Mythos zu einem glücklichen Ende: Anders als später bei Monteverdis „L'Orfeo“ verliert Orfeo seine Euridice kein zweites Mal. Mit dem durchgehenden, dem gesprochenen Wort nachempfundenen Sprechgesang (stile recitativo) begründete Peri eine Technik, die zum Grundprinzip der frühen Oper wurde und Monteverdi unmittelbar beeinflusste.