Über das Werk
Oper in einem Prolog und drei Bildern von Giulio Caccini nach Ottavio Rinuccinis Libretto, uraufgeführt am 5. Dezember 1602 im Palazzo Pitti in Florenz. Caccini vertonte denselben Text, den zwei Jahre zuvor bereits Jacopo Peri für die Hochzeit Maria de' Medicis mit Heinrich IV. von Frankreich komponiert hatte, ließ seine eigene Fassung aber schon 1600 drucken – noch vor der Aufführung von Peris Oper.
Handlung
Der Sänger Orfeo erfährt vom Tod seiner Geliebten Euridice durch einen Schlangenbiss und steigt mit Hilfe der Göttin Venus in die Unterwelt hinab. Sein flehender Gesang rührt Pluto und Proserpina zu Mitleid; anders als im antiken Mythos endet das Werk glücklich, und beide Liebende kehren gemeinsam nach Arkadien zurück.
Kulturelle Bedeutung
Als eine der frühesten überlieferten Opern steht das Werk am Beginn der Gattung und setzt Rinuccinis Text in den von der Florentiner Camerata entwickelten rezitativischen Sprechgesang (stile recitativo). Trotz seiner musikhistorischen Bedeutung wird es bis heute selten aufgeführt, etwa 2013 bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik.
