Über das Werk
Tragödie des Euripides, vermutlich um 420 v. Chr. uraufgeführt; das genaue Datum ist in der Forschung umstritten, manche Fachleute setzen das Stück erst um 413 v. Chr. an. Anders als bei Aischylos und Sophokles spielt die Handlung nicht am Königshof, sondern vor der Hütte eines armen Bauern, dem Elektra zwangsverheiratet wurde.
Handlung
Elektra lebt entwürdigt auf dem Land, verheiratet mit einem armen, aber ehrenhaften Bauern, während ihre Mutter Klytaimnestra mit Aigisthos in Mykene herrscht. Als ihr Bruder Orest heimlich zurückkehrt, erkennen sie sich, und gemeinsam ermorden die Geschwister zunächst Aigisthos, dann die eigene Mutter. Am Ende erscheinen die Dioskuren und nennen den Muttermord einen Fehler.
Kulturelle Bedeutung
Mit seiner betont unheroischen, alltagsnahen Inszenierung des Rachestoffs setzt Euripides einen bewussten Kontrapunkt zu den Versionen von Aischylos und Sophokles. Die kritische Distanz zum eigenen Handlungsausgang gilt als typisch für seine späten Tragödien.
