Über das Werk
„Einige Nachrichten an das All“ ist eines der beiden Stücke, mit denen der 1981 in Hamburg geborene Dramatiker und Lyriker Wolfram Lotz 2011 bekannt wurde. Er schrieb es als Auftragswerk für das Deutsche Nationaltheater Weimar; den Auftrag hatte er 2010 als Werkauftrag des Stückemarkts beim Berliner Theatertreffen gewonnen. Annette Pullen inszenierte die Uraufführung am 24. Februar 2011 in Weimar. 2016 erschien der Text bei S. Fischer im Sammelband „Drei Stücke“, gemeinsam mit „Der große Marsch“ und „Die lächerliche Finsternis“.
Handlung
Lum und Purl Schweitzke, zwei körperlich beeinträchtigte Figuren, rätseln, worin eigentlich die Handlung des Stücks besteht, in dem sie selbst vorkommen, und hoffen auf ein gemeinsames Kind, das ihrem Leben Sinn gäbe. Doch was ihnen geschieht, ist im Stücktext festgelegt, und der sieht kein Kind für sie vor. Unterdessen lässt ein „Leiter des Fortgangs“ Gestalten aus Geschichte und Medien über eine Apparatur Botschaften ins Weltall funken; zu ihnen gehören ein um seine tote Tochter trauernder Vater, der Botaniker Rafinesque, der Politiker Pofalla und ein wiedererweckter Heinrich von Kleist. Alle scheitern an Tod und Vergänglichkeit, und am Ende stirbt Purl von eigener Hand, während Lum allein zurückbleibt.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück steht beispielhaft für Lotz’ Programm eines „unmöglichen Theaters“: 64 Fußnoten, erzählende Regieanweisungen und Vorgaben, die sich kaum wörtlich umsetzen lassen, zwingen jede Inszenierung zu eigenen Lösungen; für die Weimarer Uraufführung wurde der Text etwa um die Hälfte gekürzt. In der Kritikerumfrage von „Theater heute“ wurde Lotz 2011 dafür zum Nachwuchsautor des Jahres gewählt. Seither wird das Stück an vielen Bühnen im deutschsprachigen und europäischen Raum gespielt und liegt unter anderem auf Englisch, Norwegisch und Serbisch vor.
