Über das Werk
Einfach das Ende der Welt (Originaltitel Juste la fin du monde) ist ein Theaterstück von Jean-Luc Lagarce, das dieser 1990 während eines Arbeitsaufenthalts in Berlin schrieb. Lagarce, selbst HIV-positiv, starb 1995 und erlebte die Uraufführung nicht mehr, die erst im Oktober 1999 am Théâtre National de la Colline in Paris stattfand. Die deutsche Erstaufführung folgte am 8. November 2001 am Theater Bremen; das Stück wird vom Theaterverlag Felix Bloch Erben vertrieben.
Handlung
Nach zwölf Jahren ohne Kontakt kehrt der Schriftsteller Louis überraschend zu seiner Familie zurück, um sich von ihr zu verabschieden, denn er weiß, dass er bald an Aids sterben wird. Doch kaum ist er angekommen, verlieren sich die Vorfreude seiner Mutter Martine und die Streitigkeiten mit seinem Bruder Antoine in aufgestauten Vorwürfen und Belanglosigkeiten. Zwischen lauter Wortwechseln findet Louis keinen Moment, seine Nachricht loszuwerden, und reist ab, ohne sie ausgesprochen zu haben.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück gehört zu den meistgespielten und meistübersetzten französischen Theatertexten seit Lagarces Tod und war lange Schullektüre in Frankreich; 2016 verfilmte Xavier Dolan den Stoff, 2020 brachte Christopher Rüping eine freie Bühnenfassung am Schauspielhaus Zürich heraus, die zum Berliner Theatertreffen 2021 eingeladen wurde.