Über das Werk
„Eine Sache der Auslegung“ ist ein Gerichtsdrama der 1990 in Berlin geborenen Dramatikerin Olga Bach, die neben dem Schreiben eine juristische Ausbildung abgeschlossen hat. Die Aufführungsrechte vertritt der Verlag schaefersphilippen. Die Uraufführung ist für den 30. Januar 2027 im Kleinen Haus des Schauspiels Köln angekündigt, Regie führt Stephan Kimmig.
Handlung
Vor Gericht steht ein Mann, dem fahrlässige Tötung zur Last gelegt wird. In einer Silvesternacht hatte sich sein Nachbar im Innenhof an einer zersplitterten Glastür schwer an den Beinen verletzt; der Angeklagte soll ihn zwar in die Wohnung gebracht und notdürftig versorgt, dann aber allein gelassen haben, bis er verblutet war. Angezeigt hat ihn eine Nachbarin, doch ob sie in jener Nacht wirklich alles gesehen und gehört hat, ist ungewiss. Im Lauf des Prozesses folgen Gericht und Zeugen immer merkwürdigeren Regeln, und die in naher Zukunft angesiedelte Handlung gleitet ins Kafkaeske.
Kulturelle Bedeutung
Mit dem Stoff verbindet Olga Bach ihre beiden Arbeitsfelder, Recht und Theater: Im Zentrum steht die Frage, ob am Ende das Gesetz über Schuld entscheidet oder die Lesart derer, die es anwenden, worauf schon der Titel anspielt. Bach war mit ihrem Erstling „Die Vernichtung“ (Konzert Theater Bern, 2016) für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert und zum Berliner Theatertreffen 2017 eingeladen. Da die Uraufführung noch aussteht, gibt es bislang keine Rezeption des Stücks.
