Über das Werk
Komödie in fünf Akten von Iwan Turgenew, um 1850 entstanden, 1855 in zensierter Fassung veröffentlicht und erst 1872 als Benefizvorstellung für die Schauspielerin Jekaterina Wassiljewa am Moskauer Malyj-Theater uraufgeführt. Die Behörden hatten Aufführungen des Stücks zunächst untersagt, sodass zwischen Entstehung und Bühnenpremiere mehr als zwei Jahrzehnte lagen.
Handlung
Auf dem Landgut ihres Mannes verliebt sich die gelangweilte Gutsherrin Natalja Petrowna heimlich in den jungen Hauslehrer ihres Sohnes und gerät darüber in Konkurrenz zu ihrem Mündel Wera, die derselbe Mann ebenfalls für sich gewinnt. Aus der stillen Erschütterung der Sommerlangeweile entwickelt sich ein Geflecht unausgesprochener Gefühle, das am Ende beide Frauen resigniert zurücklässt und den Lehrer zur Abreise zwingt.
Kulturelle Bedeutung
Mit seiner Konzentration auf unausgesprochene Gefühle statt äußere Handlung gilt das Stück als Vorwegnahme der psychologischen Dramatik, die Anton Tschechow eine Generation später prägen sollte. Endgültig im Repertoire etabliert wurde es erst durch Konstantin Stanislawskis Inszenierung 1909 am Moskauer Künstlertheater.
