Über das Werk
Sozialdrama in drei Akten des britischen Schriftstellers John Boynton Priestley, entstanden 1944/45. Weil in London kriegsbedingt keine Bühne frei war, fand die Uraufführung im September 1945 in russischer Sprache in Moskau und Leningrad statt; die britische Erstaufführung am New Theatre London folgte erst 1946.
Handlung
1912 feiert die wohlhabende Fabrikantenfamilie Birling die Verlobung der Tochter Sheila, als der Inspektor Goole erscheint und nach dem Suizid der jungen Arbeiterin Eva Smith fragt. Im Verlauf des Abends stellt sich heraus, dass Vater, Mutter, Sheila, ihr Bruder Eric und ihr Verlobter Gerald jeweils auf eigene Weise zu Evas Notlage beigetragen haben.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück gilt als Priestleys schärfste Abrechnung mit Klassenegoismus und fehlender sozialer Verantwortung kurz nach Kriegsende. Seit Stephen Daldrys mehrfach preisgekrönter Inszenierung von 1992 zählt es zu den meistgespielten britischen Bühnenwerken des 20. Jahrhunderts.
