Über das Werk
Ein Bruderzwist in Habsburg ist ein historisches Trauerspiel von Franz Grillparzer, an dem er ab etwa 1825 arbeitete und das er um 1848 abschloss. Er veröffentlichte es zu Lebzeiten nicht; die Uraufführung fand erst nach seinem Tod, am 24. September 1872 am Wiener Stadttheater, statt.
Handlung
Kaiser Rudolf II. gerät unter den Druck seines ehrgeizigen Bruders Matthias, der mit Unterstützung von Kardinal Khlesl nach der Macht greift. Rudolf verweigert aus Furcht vor moralischer Schuld jedes entschlossene politische Handeln und muss die Krone schließlich an Matthias abtreten. Der Auftritt des jungen Wallenstein am Ende deutet bereits auf den kommenden Dreißigjährigen Krieg voraus.
Kulturelle Bedeutung
Hugo von Hofmannsthal bezeichnete das Stück als die bedeutendste historisch-politische Tragödie der Deutschen, und Claudio Magris las darin die österreichische Tugend einer weisen Zögerlichkeit verkörpert. Es gilt als eines der zentralen Werke des habsburgischen Mythos in der österreichischen Literatur.