Über das Werk
Edward II. ist eine Historientragödie von Christopher Marlowe, vermutlich um 1591/92 entstanden und noch vor Marlowes Tod am 30. Mai 1593 von der Schauspieltruppe Pembroke's Men uraufgeführt; ins Stationers' Register eingetragen wurde das Stück erst am 6. Juli 1593, fünf Wochen nach Marlowes Tod, gedruckt 1594. Das Stück schildert den Sturz des englischen Königs Edward II., dessen bedingungslose Zuneigung zu seinem Günstling Piers Gaveston den Adel gegen ihn aufbringt.
Handlung
Edward II. überhäuft seinen Favoriten Piers Gaveston mit Titeln und Reichtum und ignoriert die Warnungen seiner Barone; nach Gavestons Ermordung wendet er sich dem jüngeren Spencer zu, was seine Frau Isabella und den Baron Mortimer endgültig zum offenen Aufstand treibt. Edward wird gestürzt, gefangen genommen und schließlich im Auftrag Mortimers ermordet, bevor dessen eigene Herrschaft durch Edwards Sohn beendet wird.
Kulturelle Bedeutung
Edward II. zählt zu den ersten bedeutenden englischen Geschichtsdramen und gilt als Vorbild für Shakespeares Richard II.; die offen dargestellte Zuneigung des Königs zu Gaveston macht das Stück zudem zu einem frühen Beispiel gleichgeschlechtlichen Begehrens auf der englischen Bühne.
