Über das Werk
„Dschinns“ ist der zweite Roman der Schriftstellerin und Journalistin Fatma Aydemir und erschien im Februar 2022 im Carl Hanser Verlag. Die erste Bühnenfassung von Selen Kara wurde im Juli 2022 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt; weitere Fassungen folgten unter anderem am Maxim Gorki Theater Berlin und am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Thalia Theater Hamburg inszeniert Hakan Savaș Mican eine eigene Fassung (Premiere Oktober 2026).
Handlung
Nach fast dreißig Jahren Fabrikarbeit in Deutschland erfüllt sich Hüseyin Yilmaz 1999 den Traum von einer eigenen Wohnung in Istanbul und stirbt dort kurz nach dem Einzug an einem Herzinfarkt. Seine Frau Emine und die vier erwachsenen oder fast erwachsenen Kinder reisen zur Beerdigung an. In sechs Kapiteln, je einem Familienmitglied gewidmet, entfaltet der Roman ihre Lebenswege, Brüche und Geheimnisse zwischen Deutschland und der Türkei über drei Jahrzehnte.
Kulturelle Bedeutung
Der deutsch-kurdische Familienroman verbindet Fragen von Herkunft, Identität und Geschlecht mit Erfahrungen von Rassismus und stand 2022 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Das Romanprojekt erhielt 2020 den Robert-Gernhardt-Preis; die Berliner Inszenierung von Nurkan Erpulat wurde 2023 mit dem Friedrich-Luft-Preis ausgezeichnet.