Über das Werk
„Drill Baby Drill“ ist ein Theaterstück der Schweizer Autorin Sarah Calörtscher, entstanden als Auftragswerk für das Staatstheater Nürnberg. Uraufgeführt wurde es am 19. Februar 2026 auf der Bühne XRT im dritten Stock des Nürnberger Schauspielhauses in der Regie von Ariane Kareev. Der collagenhaft gebaute Text verbindet Science-Fiction mit einer Reise durch die Erdschichten und erscheint im Verlag Hartmann & Stauffacher.
Handlung
Das Erdöl ist aufgebraucht, als sich in einer postfossilen Welt plötzlich ein gewaltiges Loch im Boden öffnet – vielleicht lagert dort unten ein unbekanntes Gas, die nächste große Energiequelle. Eine Geologin, die nebenbei Bodybuilding betreibt, soll den Schacht als erster Mensch erkunden. Mit einem Aufnahmegerät als einzigem, ständig kommentierendem Gefährten arbeitet sie sich Schicht für Schicht durch das verwinkelte Erdinnere nach unten. Am Mittelpunkt der Erde wartet ein Orakel, das vom ewigen Vorhersagen erschöpft ist und seinen Dienst eigentlich eingestellt hat.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück fragt mit trockenem Humor nach den Grenzen des Wachstums, der Macht von Systemen und möglichen Auswegen aus der Lähmung, in die sich die Menschheit selbst manövriert hat. Beim ersten PLAY-Festival für neue Theatertexte aus der Schweiz, das 2026 in Zürich acht von 128 Einsendungen als szenische Lesungen zeigte, gewann „Drill Baby Drill“ den Publikumspreis (PRIX du Public).
