Über das Werk
Grand opéra in fünf Akten von Giuseppe Verdi nach Friedrich Schillers dramatischem Gedicht „Don Karlos, Infant von Spanien“ (1787), uraufgeführt am 11. März 1867 an der Pariser Oper mit einem französischen Libretto von Joseph Méry und Camille du Locle. Verdi kürzte und übersetzte das Werk später mehrfach, unter anderem 1884 zu einer vieraktigen italienischen Fassung für die Mailänder Scala.
Handlung
Der spanische Infant Don Carlos liebt Elisabeth von Valois, die stattdessen aus Staatsräson seinen Vater, König Philipp II., heiraten muss. Zwischen den Fronten stehen Carlos' Freund Rodrigue, Marquis von Posa, der sich für die Freiheit der Niederlande einsetzt, und Prinzessin Eboli, deren unerwiderte Liebe zu Carlos die Katastrophe beschleunigt. Am Ende greift die Inquisition ein, und Philipp muss zwischen Vaterpflicht und Staatsraison wählen.
Kulturelle Bedeutung
Mit seiner Verbindung aus privatem Beziehungsdrama, politischer Machtkritik und der Konfrontation zwischen König und Großinquisitor gilt Don Carlos als eines der musikalisch und dramatisch anspruchsvollsten Werke Verdis. Wegen seiner komplexen Entstehungsgeschichte mit mehreren Fassungen unterschiedlicher Aktzahl und Sprache existiert bis heute keine einzige verbindliche Bühnenfassung.
