Über das Werk
Doktor Faust ist eine „Dichtung für Musik“ in zwei Vorspielen, einem Zwischenspiel und drei Hauptbildern von Ferruccio Busoni, der ab 1910 am Faust-Stoff arbeitete und den deutschen Text im Dezember 1914 verfasste. Die Komposition blieb bei Busonis Tod 1924 unvollendet; sein Schüler Philipp Jarnach schloss die Schlussszene ab, ehe das Werk am 21. Mai 1925 an der Dresdner Semperoper unter der Leitung von Fritz Busch uraufgeführt wurde.
Handlung
Der Gelehrte Faust beschwört Mephistopheles und schließt mit ihm einen Pakt. Er verführt die Herzogin von Parma und lädt Schuld auf sich. Am Ende seiner Lebensfrist erscheinen ihm die Geister seiner Opfer; das Werk endet mit Fausts verzweifeltem Ringen um Erlösung.
Kulturelle Bedeutung
Die Uraufführung galt als bedeutendes Ereignis des Musiktheaters der 1920er Jahre und wird als Höhepunkt von Busonis Spätwerk gesehen; 1982 erarbeitete Antony Beaumont anhand wiederentdeckter Skizzen eine eigene Vervollständigung des Schlusses.