Über das Werk
„Die wunderbaren Jahre“ ist eine Kammeroper des Dresdner Komponisten Torsten Rasch nach dem gleichnamigen Prosaband von Reiner Kunze aus dem Jahr 1976. Das Musiktheater ist für Sopran, Mezzosopran, Bass, eine Sprechstimme und ein Kammerensemble aus Streichquintett, Flöte, Klarinette, Fagott und Akkordeon geschrieben und wird ohne Pause gespielt. Das Stück entstand als Auftragswerk des Theaters Regensburg und wurde dort im Februar 2025 uraufgeführt, in der Regie von Sabine Sterken und unter der musikalischen Leitung von John Spencer.
Handlung
Eine durchgehende Handlung gibt es nicht: In 21 Szenen greift Rasch Skizzen aus Kunzes Buch auf, das aus Gesprächen mit Kindern, Lehrlingen und Soldaten hervorging und vom Aufwachsen in der DDR erzählt. Es geht um Kinder, die früh militärisch erzogen werden, um Schule und Staat, die Anpassung verlangen und Eigensinn bestrafen, und um junge Menschen zwischen Rebellion, Ernüchterung und Träumen. Die drei Singstimmen wechseln zwischen den Rollen, die Sprechstimme trägt Kunzes Texte vor, und von der sechsten Szene an durchziehen verfremdete Volkslieder als Zwischenspiele das Stück.
Kulturelle Bedeutung
Kunzes Buch erschien 1976 bei S. Fischer im Westen, war in der DDR verboten und wurde dort heimlich abgeschrieben weitergegeben; es führte zu seinem Ausschluss aus dem Schriftstellerverband und 1977 zu seiner Ausreise in die Bundesrepublik. Rasch stellt die idealisierten Heimatbilder von DDR-Liedern der erzählten Wirklichkeit gegenüber. Kunze besuchte selbst eine der ersten Vorstellungen in Regensburg.