Über das Werk
Tragödie des Euripides, uraufgeführt 415 v. Chr. bei den Dionysien in Athen als dritter Teil einer Trilogie über den Trojanischen Krieg (nach den verlorenen Stücken „Alexandros“ und „Palamedes“). Das Werk entstand nur ein Jahr nach der athenischen Zerstörung der neutralen Insel Melos, worin viele Forscher einen Bezug sehen.
Handlung
Nach dem Fall Trojas warten die überlebenden Frauen um die greise Königin Hekabe im zerstörten Lager auf ihre Verteilung als Sklavinnen an die griechischen Sieger. Kassandra wird Agamemnon zugesprochen, Andromache dem Sohn des Achill – ihr kleiner Sohn Astyanax wird aus Furcht vor späterer Rache von den Mauern gestürzt. Helena entgeht nur knapp der Rache ihres Mannes Menelaos.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück gilt als eines der eindringlichsten Anti-Kriegsdramen der Weltliteratur, obwohl es beim Wettbewerb 415 v. Chr. nur den zweiten Platz erreichte. Jean-Paul Sartres Bearbeitung „Les Troyennes“ (1965) und zahlreiche weitere Adaptionen hielten den Stoff als Kriegsanklage lebendig.